Anita Neupert Kapitel 7.3
Die topographischen Kartenwerke des Landes Brandenburg von 1945 bis heute Seite: 1

Nach dem 2. Weltkrieg zerfiel das Deutsche Reich in zwei selbständige Staaten. Zur traurigen Bilanz des 2. Weltkrieges gehörte ebenfalls, daß im Bereich der amtlichen Kartographie ein großer Teil der Kartenoriginale der Meßtischblätter 1 : 25.000 und der “Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000” vernichtet bzw. durch Zugriff der Alliierten nicht mehr verfügbar war. Ebenso stand kartographisches Fachpersonal kaum noch zur Verfügung.
In den ersten Nachkriegsjahren wurden vorwiegend Reproduktionsausgaben der stark veralteten amtlichen Kartenwerke des ehemaligen Deutschen Reiches mit einigen Nachträgen sowie mit Überdruck der neuen politischen Grenzen herausgegeben.
Im neu gegründeten “Vermessungsdienst Brandenburg” in Potsdam, der als Landesbehörde in seinem Aufbau mit den Abteilungen Trigonometrie, Topographie und Kartographie den heutigen Landesvermessungsämtern glich, bestanden die Hauptaufgaben in der Herstellung von Katasterkarten, der Aktualisierung der Meßtischblätter 1 : 25.000 und der Topographischen Übersichtskarte 1 : 200.000. Es wurde darüber hinaus mit der Bearbeitung der Deutschen Grundkarte 1 : 5.000 begonnen, aber durch spätere Umstrukturierungen und neue Aufgaben nicht weitergeführt.

Mit der 1952 erfolgten Verwaltungsreform wurden die Länderstrukturen der ehemaligen DDR aufgelöst und “Bezirke” gebildet. Damit verbunden war auch eine Neustrukturierung des Vermessungs- und Kartenwesens. Die “Topographischen Dienste” Schwerin und Dresden (ab 1971 Betriebe des “VEB Kombinat Geodäsie und Kartographie”) stellten in der Folgezeit die topographischen Karten vom heutigen Gebiet des Landes Brandenburg, das im wesentlichen die ehemaligen Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Teile des Bezirkes Cottbus umfaßt, neu her.

Die Herstellung neuer topographischer Karten wurde geprägt durch die 1952 getroffenen Festlegungen der “Geodätischen Dienste” der Warschauer Vertragsstaaten zur Schaffung einheitlicher geodätischer Grundlagen und Kartenwerke in den Mitgliedsstaaten auf der Basis der sowjetischen Vorschriften. Darauf aufbauend ist in der damaligen DDR durch Regierungsbeschluß vom 12. März 1953 ein neues geodätisch-kartographisches System eingeführt worden, das damit auch auf dem Gebiet des Vermessungs- und Kartenwesens zu getrennten Entwicklungen in beiden Teilen Deutschlands führte.

Dieser Beschluß beinhaltete folgende Festlegungen:



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