Jörg Albertz und Hartmut Lehmann Kapitel 7.4
Die Welt von oben
Kartographische Anwendungen von Luft- und Satellitenbildern
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In derselben Zeit schuf der Kinopionier Oskar Meßter (1866-1943) seinen “Reihenbildner”, mit dem das überflogene Gelände in einer Folge von schmalen Filmstreifen aufgenommen werden konnte. Angetrieben wurde dieses Gerät, das zum Vorläufer der späteren Reihenmeßkameras wurde, durch eine Luftschraube unter dem Flugzeugrumpf.

Die in diesen Jahren gewonnenen Luftbilder dienten vorwiegend der Aufklärung durch Luftbildinterpretation. An Möglichkeiten zur Ausmessung von Luftbildern für die topographische Kartierung arbeitete jedoch schon damals sehr intensiv der Geodät Max Gasser (1872-1954; Abb. 7.4-3).

Max Gasser

Abb. 7.4-3 Der ideenreiche Dr. Max Gasser machte die ersten Versuche
zur stereophotogrammetrischen Auswertung von Luftbildern.


Er widmete sich der Aufgabe, aus zwei etwa senkrecht nach unten aufgenommenen Luftbildern, die er “aerogeodätische Stereoaufnahmen” nannte, eine Karte anzufertigen. Dazu entwickelte er das Prinzip der “Doppelprojektion”, um aus den Bildern nach gegenseitiger Orientierung der projizierten Strahlenbündel ein räumliches Geländemodell zu gewinnen. Den Grundgedanken veranschaulichte er immer wieder durch seinen “Kerzenversuch” (Abb. 7.4-4).

Kerzenversuch

Abb. 7.4-4 Der "Kerzenversuch", mit dem Gasser immer wieder seine Idee
der Doppelprojektion zur Ausmessung von Luftbildpaaren veranschaulicht hat.



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