andere Anamorphose              

Wohnraumeinbrüche auf je 100.000 Einwohner 1996

Bei dieser Art der Darstellung handelt es sich um eine Kartenanamorphose.

Bei Kartenanamorphosen (cartograms) werden die Dimensionen des Kartenblattes als graphische Variablen behandelt. Die Sachdaten - hier die Einbruchshäufigkeiten - bestimmen die Sollgrößen der zugehörigen Bezugsflächen. Je nachdem, ob ein Bezirk gegenüber seiner eigentlichen Fläche größer oder kleiner werden muß, tendiert er dazu, sich aufzublähen oder zusammenzuziehen. Durch das Zusammenwirken dieser "Kräfte" wird die Kartengrundlage wie ein Gummituch verzerrt.
Das Antasten der kartographischen Bezugsfläche ist beim gegebenen Kartenthema gerechtfertigt, da das Attribut Einbrüche pro 100.000 Einwohner flächenunabhängig ist. Durch den Ansatz, jede Bezugseinheit proportional zu den ihr zugeordneten Sachdaten zu verzerren, erhält man im Endeffekt eine einheitliche (Einbruchs-)Dichte über die gesamte Darstellung hinweg.
Der zugrundeliegende Algorithmus arbeitet iterativ, wie in der Animation zu sehen ist. Nach jedem Teilschritt wird neu errechnet, wie groß der Restfehler gegenüber dem Zielzustand, einer sachdatengemäßen Verzerrung, noch ist. Abgebrochen wurde der Iterationsvorgang nach 13 Verformungsschritten bei einem Restfehler von 2%, d.h. die entstandenen Flächenverhältnisse spiegeln noch nicht hundertprozentig die Einbruchshäufigkeiten pro 100.000 Einwohner wieder.
Die Anamorphose wurde durch ein regelbasiertes System erstellt, das darauf ausgelegt ist, mit THEMAK2-Geometrie- und Attributdaten umgehen zu können und dem Benutzer zahlreiche Kartenkonstruktionsschritte abzunehmen (programmiert in der Expertensystem-Entwicklungsumgebung ART-IM). Der eigentliche Anamorphose-Algorithmus ist nur eine Regel von vielen innerhalb dieses wissensbasierten Systems.

Vergleiche auch die andere Anamorphose zur Kriminalität in Berlin!


Reinhold Schlimm